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Mietrückstände und Mahnwesen: So gehen Vermieter strukturiert vor

Rückstände wachsen leise. Wer den Zahlungseingang monatlich abgleicht und einen festen Ablauf einhält, klärt die meisten Fälle, bevor sie eskalieren.

Der Ablauf in fünf Stufen

  1. Tag 3–5: Abgleich. Soll- und Ist-Miete jeder Einheit vergleichen. Ohne monatlichen Abgleich fällt ein Rückstand oft erst nach Monaten auf.
  2. Tag 5–10: Zahlungserinnerung. Freundlich, mit Betrag, Monat, Verwendungszweck und Zahlungsziel von sieben Tagen. Häufig liegt nur ein Versehen oder ein Daueraufträgs-Fehler vor.
  3. Nach Fristablauf: erste Mahnung. Rückstand aufschlüsseln, Verzugszinsen und Portokosten benennen, neue Frist setzen.
  4. Zweite Mahnung mit Ankündigung. Hinweis auf mögliche Kündigung und gerichtliches Mahnverfahren. Alternativ eine schriftliche Ratenzahlungsvereinbarung anbieten — oft der schnellste Weg zum Geld.
  5. Kündigung / Mahnbescheid. Bei zwei aufeinanderfolgenden Terminen Rückstand oder mehr als zwei Monatsmieten insgesamt ist die fristlose Kündigung nach § 543 BGB möglich; parallel ist der Mahnbescheid sinnvoll.

Was in jedes Mahnschreiben gehört

  • Mietobjekt und Vertragsnummer
  • Aufstellung der offenen Monate mit Beträgen
  • Bereits geleistete Teilzahlungen
  • Konkretes Zahlungsziel mit Datum
  • Bankverbindung und Verwendungszweck
  • Ansprechpartner für Rückfragen

Dokumentation nicht vergessen

Im Streitfall zählt, was nachweisbar ist: Versanddatum, Zugangsart, Zahlungseingänge und Absprachen. Halten Sie alles am Mietverhältnis fest, nicht in einzelnen Postfächern.

Häufige Fragen

Ab wann ist ein Mieter mit der Miete in Verzug?

Die Miete ist nach § 556b BGB spätestens am dritten Werktag des Monats zu zahlen. Wird dieser Termin überschritten, tritt Verzug in der Regel ohne gesonderte Mahnung ein, weil die Leistungszeit kalendermäßig bestimmt ist.

Wann ist eine fristlose Kündigung wegen Mietrückstand möglich?

Nach § 543 Abs. 2 Nr. 3 BGB, wenn der Mieter an zwei aufeinanderfolgenden Terminen mit einem nicht unerheblichen Teil oder insgesamt mit mehr als zwei Monatsmieten in Verzug ist.

Was ist die Schonfristzahlung?

Zahlt der Mieter den Rückstand innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung der Räumungsklage vollständig, wird die fristlose Kündigung unwirksam (§ 569 Abs. 3 Nr. 2 BGB).

Darf ich Mahngebühren verlangen?

Ersatzfähig sind tatsächliche Verzugsschäden wie Porto sowie Verzugszinsen. Pauschale Mahngebühren in unangemessener Höhe sind unwirksam.

Allgemeine Hinweise, keine Rechtsberatung. Rechtsgrundlagen: §§ 543, 556b, 569 BGB.

Rückstände sofort erkennen

Immo Board zeigt jeden Monat den Soll-Ist-Abgleich aller Einheiten inklusive Rückstandsliste.

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